Was sind ERP-Systeme?

ERP-Systeme übernehmen die Aufgabe, Ressourcen eines Unternehmens zu verwalten. Dabei soll ein ein effizienter betrieblicher Wertschöpfungsprozess und eine stetig optimierte Steuerung der unternehmerischen und betrieblichen Abläufe gewährleistet werden. In diesem Artikel stellen wir euch sechs funktionsbezogene Module eines ERP-Systems vor.

ERP-Systeme

Beschaffung

Eine betriebliche Funktion in Unternehmen ist die Beschaffung. Sie befasst sich mit dem Einkauf und der Beschaffungslogistik von Materialien zur Weiterverarbeitung oder zum Weiterverkauf (Handel). Die Beschaffung von Materialien angefangen mit der Bestellanforderung über die Ermittlung der Bezugsquelle, der Lieferantenauswahl, der Bestellung, dem Wareneingang bis hin zur Lieferantenrechnung und Zahlung ist das erste funktionsbezogene Modul. Wie jedes der sechs vorgestellten Module greift dieses Modul auf Stamm- und Bewegungsdaten zu. Zu den Stammdaten gehören hierbei Materialien, Lieferanten und Konten. Bestellanforderungen, Bestellungen, Wareneingänge, Rechnungen und Zahlungen sind dabei Bewegungsdaten.

Produktionsplanung und Steuerung

Die Produktionsplanung und Steuerung (PPS) beschäftigt sich mit der Verwaltung aller Vorgänge, die bei bei der Produktion von Waren und Gütern wichtig sind. Der Ablauf sieht folgendermaßen aus: Produktionsprogrammplanung > Materialbedarfsplanung > Termin- und Kapazitätsplanung > Auftragsfreigabe > Feinsteuerung > Auftragsüberwachung. Auch dieses Modul braucht Zugriff auf bestimmte Stamm- und Bewegungsdaten, um zu funktionieren. Während die Stammdaten in diesem Fall die Stücklisten, Materialbedarf, Lagerbestände und Soll-Werte für Produktionsprozesse sind wird Zugriff auf Bewegungsdaten wie Fertigungsaufträge, Planungen und Bestellanforderungen gebraucht.

Lagerhaltung

Als Lagerhaltung versteht man einen Teil der Materialwirtschaft. Allgemein gesagt ist Lagern die gewollte Unterbrechung des Materialflusses. Hier ist der Ablauf einfach zu erklären: Lagereingang > Bestandsführung > Lagerentnahme. Parallel dazu laufen Aktivitäten wie die Lagerverwaltung und Inventuren. Die benötigten Stammdaten hierbei sind Materialien, Lagerbestände, Lagerorte und Inventuren. Als Bewegungsdaten kommen Lagereingangsbelege, Lagerentahmebelege und Inventurbelege in Frage.

Auftragsbearbeitung und Vertrieb

Als eine weitere betriebliche Funktion in einem Unternehmen versteht man die Auftragsbearbeitung und den Vertrieb. Diese Funktion macht Produkte oder Dienstleistungen für Kunden oder Endverbraucher verfügbar. Auch hier der Ablauf einfach erläutert: Kontaktkontakt > Angebotsbearbeitung > Auftragsbearbeitung > Versand > Fakturierung. Benötigte Stammdaten hierbei sind die Kunden- und Materialdaten sowie Zahldaten. Angebote, Aufträge, Lagerentnahmen, Versanddokumente und Rechnungen sind wichtige Bewegungsdaten.

Finanz- und Rechnungswesen

Die systematische Erfassung, Überwachung und informatorischen Verdichtung der durch den betrieblichen Leistungsprozess entstehenden Geld- und Leistungsströme versteht man unter dem Finanz- und Rechnungswesen. Teile des Finanz- und Rechnungswesen sind die Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung sowie Kostenrechnung und Auswertungen. Zugriff auf folgende Stammdaten ist für diese Funktion von Nöten: Kundendaten, Lieferantendaten, Kostenrechnungsdaten. Als Bewegungsdaten kommen hier nur Zahlungsanweisungen und Rechnungsfreigaben in Betracht.

Personalwirtschaft

Die Personalwirtschaft auch Personalwesen genannt beschäftigt sich mit dem Produktionsfaktor Arbeit und Personal. Teil der Personalwirtschaft ist neben Personalverwaltung, Entgeltabrechnung, Arbeitszeiterfassung auch das Personalmanagement. Die persönlichen Daten sowie Gehaltsdaten und Arbeitszeiten sind dabei wichtige Stammdaten. Gehaltsabrechnungen und Urlaubsgenehmigungen zählen bei dieser Funktion zu den Bewegungsdaten.